Die Probleme der modernen Zeit

 


 
Naturraum

Die Lebensweise

Die Lebensweise der Bewohner und die Nutzungsweisen haben sich im Verlauf der Zeit verändert.In den 90er Jahren erfolgte eine Welle der Elektrifizierung. Doch sind bis heute nicht alle Siedlungen an das Stromnetz angeschlossen. Elektrizität und die monetären Einkünfte führen zum Kauf von Fernsehern und demzufolge zu einer Gestaltung der Sonntage und des Abends. Kühlschränke und Kühltruhen ermöglichen neue Formen der Lagerhaltung. Damit wird der Schlachttermin weitgehend unabhängig von der Jahreszeit. Der verstärkte Konsum von Süßigkeiten und industriell gefertigten Gütern führt zu einer neuen Dimension des Müllproblems. Noch sieht niemand darin ein Problem und es werden Abfälle aller Art einfach hinter dem Haus verbrannt, wobei sich der nicht brennbare Rückstand dort ansammelt. Einige ärmere Familien oder alleinstehende ältere Personen konnten an dem neuen Reichtum nur unzulänglich praktizieren. Ohne Stromanschluß, Kreissäge und die neuen Einkünfte aus der Holzvermarktung verharren sie in Armut. Zudem sind die staatlichen Sozial- und Fürsorgesysteme ausgehöhlt oder ganz weggebrochen. Resultat ist eine zunehmende soziale Differenzierung der Bevölkerung.

Handwerk und Handel

Die drastischen Änderungen des sozialen, ökonomischen und politischen Umfeldes wirken sich direkt auf die Lebensweise der Bevölkerung aus. Vor allem die monetären Einnahmen aus dem Holzverkauf führen heute zu einer verstärkten Einbindung in den Markt und einer tendenziell abnehmenden Bedeutung der Subsistenzwirtschaft.


rechts: neuer Stall mit Blechdach, links: alter Stall mit Fichtenreisigdach (Foto: A. Reif)

Durch den Zukauf oder Ersatz mancher früher selbst erzeugter Produkte ändert sich das Gesicht der Landschaft. Zu Beginn der 90er Jahre wurden die Dächer von fast allen Wohnhäusern umgedeckt. Industriell gefertige Eternitplatten ersetzten die traditionellen Holzschindeln. Auch die Fichtenreisigdächer vieler Nebengebäude wurden erneuert. Seit etwa 1995 ist der Eternitboom vorüber, heute haben Blechdächer Konjunktur.
Der Niedergang der Industrie und die berufliche Perspektivlosigkeit in den Städten hat eine Landflucht bislang verhindert. Manch arbeitsloser Städter sieht keine andere Möglichkeit, als im ländlichen Betrieb der Eltern der traditionellen Landnutzung nachzugehen.

Landwirtschaft


Bis in die 20er Jahre wurde Flachsanbau betrieben. Der Flachs wurde vor Ort weiterverarbeitet und zu Kleidern und anderen Textilien verwoben. Heute werden fast alle Stoffe und Kleidungsstücke zugekauft. Auch der früher weiter verbreitete Ackerbau ist stark zurückgegangen, Getreide und Mais werden seit mehreren Jahrzehnten weitgehend zugekauft, und die traditionellen Kornspeicher sind fast völlig verschwunden.

Waldwirtschaft


Als zunehmend problematisch stellt sich die Waldnutzung heraus. Vom Gesetz her sind Wald und Offenlandgebiete räumlich getrennt und ihre Nutzungen geregelt. In der Realität ist in den Wäldern eine Vielzahl illegaler, teilweise geduldeter Nutzungen festzustellen. Hierzu zählen traditionell die Waldweide, die Gewinnung von Brenn- und Bauholz, das Sammeln von Beeren und Pilzen und die Harznutzung.
Während der Ceausescu- Zeit sorgten strenge Strafen für einen relativ guten Schutz der Wälder. Nach der Wende änderte sich die Situation. Die privatisierten Waldbestände wurden exploitiert und viele Kahlflächen wurden in der Folgezeit beweidet. Die Einnahmen aus dem Holzverkauf ermöglichten vielen Familien den Kauf einer Kreissäge und die Errichtung einer kleinen Sägerei. Aufgrund nur kleiner Privatwälder ist eine kontinuierliche Holzversorgung nur aus Staatswäldern möglich. Das Holz wird teilweise vom Forstamt regulär gekauft. Zu einem erheblichen Maße wird jedoch illegaler Holzeinschlag praktiziert. Auch dürfen abgestorbene Bäume aus dem Staatswald genutzt werden. Dies führt dazu, daß selbst in Schutzgebieten starke Tannen geringelt werden. Sind sie dann abgestorben, werden sie legal geerntet. Die Femellücken und Freiflächen in den Wäldern vergrößern sich in einem rasanten Ausmaß. Vielerorts ist abzusehen, daß nach wenigen Jahren alle qualitativ wertvollen Stämme aus den Wäldern verschwunden sein werden.


Lagerung der gesägten Bretter auf der Hochweide Calinesa (Foto: A. Reif)

Die Verjüngung entwickelt sich sehr ungleichmäßig und besteht zu erheblichen Teilen aus Tanne und Fichte. Damit ist die Grundlage des neuen Reichtums eine nicht nachhaltige Exploitationswirtschaft der Wälder, die vermutlich bald an ihre naturalen Grenzen stoßen wird. Ein Problembewußtsein hierfür beginnt sich bei der Bevölkerung gerade erst zu entwickeln, noch werden die Holzressourcen als unbegrenzt betrachtet.

Wie gehts weiter ?

In den nächsten Jahren sind weitere wirtschaftliche Umwälzungen und Verwerfungen zu erwarten. Dann auch wird sich zeigen, ob alternative Einkommensquellen wie der Ökotourismus eine Perspektive bieten können. Angesichts großer Probleme, beispielsweise einer fehlenden Wasser- und Abwasserversorgung in den Karstgebieten, besteht Handlungsbedarf.

 

 

 

 

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