Allgemeine informationen zum Projekt

 


 
Kurzinfo

Nach einer Vorphase von 5 Jahren fanden zwischen September 2000 und Feburar 2004 (3,5 Jahre) im Rahmen eines inter- und transdisziplinären BMBF-Projektes (FKZ:0339720/5) intensive Forschungen unter partizipativer Einbeziehung von Bevölkerung und Institutionen in Rumänien statt. Das Projektgebiet befindet sich im "Motzenland", gelegen im Apuseni-Gebirge im Nordwesten des Landes. Ziel des Projektes ist es, die Landschaft und Regionalentwicklung zu analysieren, zu bewerten und Perspektiven einer umweltgerechten Landnutzung für die Zukunft aufzuzeigen. Das Projekt lief unter dem Arbeitstitel "Identifizierung der sozialen, ökonomischen und ökologischen Potenziale für eine nachhaltige Regionalentwicklung in Osteuropa am Beispiel des Apuseni-Gebirges in Rumänien".

Im Rahmen des "PROIECT APUSENI" wurden die abiotischen und biotischen Grundlagen von Landschaft und Region; die Kulturgeschichte und das Leben der Bewohner; die Ökonomie ausgewählter Haushalte des Dorfes Ghetari und der Region des "Motzenlandes" analysiert.
Im Sinne einer integrierten Analyse erfolgten naturschutzfachliche und ökonomische Bewertungen, welche die Grundlage für die Modellierung und Darstellung von Enwicklungsszenarien bilden.
Für die Zusammenführung der Daten wurden aus den disziplinären Forschungsergebnissen Schlüsselindikatoren und Deskriptoren identifiziert, die das Landschaftssystem darzustellen vermögen.
Mit Hilfe dieser Größen können zukünftige Zustände der Landschaft und der wirtschaftlich-sozialen Lage in Form von Szenarien modelliert werden. Eine Rückkopplung der Visionen von drei ausgewählten lokalen Zukunftsszenarien fand als Rollenspiel-Theater im Rahmen einer Dorfveranstaltung statt. Eine vergleichende Betrachtung und Bewertung der Szenarien bildet den Rahmen für die Erarbeitung von Empfehlungen für eine nachhaltigen Regionalentwicklung.

Als transdisziplinäres Projekt wurden bereits früh eine Problemanalyse der Region durchgeführt. Auf der Grundlage einer Beteiligtenanalyse wurden lokale, regionale und nationale Akteure und Institutionen einbezogen. Insbesondere zu erwähnen sind hierbei die Einrichtung einer Steuerungsgruppe "Forum Comunal" (Gremium unter Beteiligung des Gemeinderates von Gârda de Sus sowie von Mitgliedern des "Proiect Apuseni") und die Gründung eines lokalen Dorfentwicklungsvereins ("Asociatie") mit dem Ziel der Regionalentwicklung auf dem Plateau von Ghetari unter Beteiligung lokaler Akteure und Mitglieder des "Proiect Apuseni".
Erfolgversprechende Ansätze für exemplarische Umsetzungen wurden in Form von "Leitprojekten" als erste Umsetzungen begonnen. Ausgewählt wurden konkrete Umsetzungen in den Bereichen Tourismus, Landwirtschaft (Gemüsebau, Mistlagerung, Düngung, Heuernte), Wasserversorgung, Heilpflanzen, sowie der Waldnutzung/Holzverarbeitung. Nicht überall sind schnelle Erfolge möglich, und manche Probleme sind im lokalen und regionalen Rahmen kaum lösbar. Dennoch zeichnet sich ab, dass vor allem im Bereich des Tourismus durch den Bau neuer Unterkünfte, durch die zunehmende Eigenorganisation in einem Informations- und Verkaufszentrum erste Schritte hin zu neuen Wegen eingeschlagen wurden.

Zur Unterstützung der Projektgruppe bei der Bewältigung der anspruchsvollen Anforderungen des interdisziplinären und interkulturellen Kooperationsmanagements (organisatorisch-methodische und soziale Aspekte) war eine organisationspsychologische Prozessbegleitung (Qualifizierung der Mitarbeiter, Prozessoptimierung auf Teamebene, Coaching der Koordinatorin) struktureller Bestandteil des Projekts.

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